Kirchenrundgang St. Johannes Evangelist

Nordeingangs-PortalNordeingangs-PortalWir stehen nun vor dem Nordeingang der Kirche und haben das Hauptportal vor uns. Dieses Portal an der Nordseite gehört zum ersten Bauabschnitt der Kirche und fand in der Fassade des neuen Turmes - um einige Meter versetzt - wieder Verwendung.

 

Das aufwendig gestaltete Sandsteinportal im Turm sowie das an der linken Seite des Kirchenschiffs sind einige der wenigen barockisierenden Stilelemente, die bereits beim Bau der Pfarrkirche vorgesehen waren und der schlichten Dorfkirche einen Hauch fürstlicher Pracht verliehen. Über den seitlichen Kapitellen der Portale erhebt sich ein Rundgiebel, der vom Galen'schen Wappen durchbrochen wird.

 

Wir laden Sie nun ein, uns auf einem virtuellen Rundgang durch unsere Pfarrkirche zu begleiten!

p1090345-kirche-innenHerzlich willkommen in unserer Pfarrkirche!

Dem Besucher eröffnet sich beim Eintreten ein lichtdurchfluteter, luftiger Kirchenraum. Diesen Eindruck haben wir dem Bautypus der westfälischen Hallenkirche zu verdanken, der die Gewölbe der Seitenschiffe auf gleicher Höhe wie das des Mittelschiffes anordnet. Die großen Fenster aus schlichtem Bleiglas lassen das Tageslicht ungehindert in den Raum hineinströmen.

Der Blick fällt auf den leicht erhöhten Altarraum. Umfassende Renovierungsarbeiten im Vorfeld des 300. Geburtstages unserer Pfarrgemeinde im Jahr 1978 haben das Erscheinungsbild des Chorraumes nicht unwesentlich beeinflusst. Im Rahmen schon bald erforderlicher neuerlicher Restaurierungsarbeiten werden zur Zeit gestalterische Lösungen diskutiert, die einerseits den heutigen liturgischen Anforderungen entgegenkommen und andererseits die ursprüngliche bauliche und kunsthistorische Stilrichtung unserer Pfarrkirche respektieren und wiederaufleben lassen.

Gleich am Eingang hat der Taufstein seinen Platz. Unübersehbar führt er uns bei jedem Betreten des Hauses Gottes unsere Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi vor Augen, die im Sakrament der Taufe begründet wurde. Der Taufstein im Turm unserer Pfarrkirche zählt zu den bedeutendsten und sicher auch schönsten "Einrichtungsgegenständen" unserer Pfarrkirche. Er stammt aus dem Jahr 1686 und kann somit zur Erstausstattung der Kirche gerechnet werden. Vier Cherubime tragen das halbkugelförmige Taufbecken, das an den angeschnittenen Seiten die folgenden Inschriften trägt:

Taufbecken

Lavacrum regenerations et renovationis spiritus sancti - ad tit. 3
"Bad der Wiedergeburt und der Erneuerung durch den Heiligen Geist"
(Brief des Apostels Paulus an Titus, Kap. 3)

 Spritus dei ferebatur super aquas - gen. 1
"Der Geist Gottes schwebte über den Wassern" (Genesis, Kap. 1)

Nisi quis renatus fuerit ex aqua et spiritu sancto non potest intoire in regnum dei - ioan 3
"Wer nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geist, kann nicht in das Reich Gottes eingehen" (Johannes, Kap. 3)
 

Die Inschrift auf der vierten Seite weist auf den Stifter Johann Rotger Torck und das Stiftungsjahr hin. Torck gehörte zum Münsteraner Domkapitel und hatte eine Fülle von Ämtern in der Münsteraner, Warendorfer, Mindener und Paderborner Gegend inne. Weshalb Johann Rotger Torck kurz vor seinem Ableben in der Sassenberger Pfarrkirche diesen prächtigen Taufstein errichten ließ, ist uns nicht bekannt.

kirchenbanknamenDie Sassenberger Kirchenbänke gehören ebenfalls zur Erstausstattung unserer Kirche. In das dunkle Eichenholz haben Gemeindemitglieder früherer Zeiten mit derben Zügen ihre Namen eingeritzt, um ihre Stammplätze eindeutig zu markieren. Neugierige Blicke unter die Sitzpolster sind erlaubt, dann geben die Bänke die ehemaligen Stammhalter der Plätze preis.

Einige Wangen der Bankreihen sind zudem mit kunstvoll geschnitzten Wappen und Wappenvögeln versehen. Die strenge Sitzordnung ist für uns heute schwer nachvollziehbar, sie gibt jedoch heute oftmals wertvollen Aufschluss über Sassenberger Familiennamen und dient oft genug als Ausgangspunkt für Familienforschung.

wappen-fuerstbischof-kirche-012Das fürstbischöfliche Wappen kennen wir bereits aus dem Rundgiebel des rechten Hauptportals bzw. vom Seitenportal (zum Haus Schücking gelegen). Es findet sich auch im Schlussstein im Gewölbescheitel des Altarraumes wieder.

Es zeigt plakativ nicht nur die tatsächlichen Herrschaftsverhältnisse des Hauses von Galen, sondern auch Hinweise auf beanspruchte und geplante Titel des Fürstbischofs. So zeigt das Wappenschild die Wappen der Abteil Corvey, des Bistums Münster, der Burggrafschaft Stromberg, der Herrschaft Borculo sowie das von Galen'sche Familienwappen.

Sanct_Aloysius

Aloysius Gonzaga (21. Juni)

Aloysius Gonzaga, geboren am 09. März 1568, war Page an den Höfen von Florenz, Mantua und Madrid. 1583 entschloss er sich, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Nachdem er den Widerstand seines Vaters, des Marchese Ferrante, überwunden hatte, verzichtete er 1585 auf sein Erbe und begann das Noviziat im römischen Kolleg. Hier zeichnete er sich durch tiefe Frömmigkeit und große Bußstrenge aus. Als er bei einer Pestepidemie Kranke pflegte, erlag er selbst der Seuche am 21. Juni 1591 zu Rom. Sein Grab befindet sich in der dortigen Kirche St. Ignazio.

Sanct_Antonius

 

 

Antonius von Padua (13. Juni)

Antonius von Padua, geboren 1195 in Lissabon (Taufname Fernandez), war zuerst Augustiner-Chorherr, trat aber 1220 bei den Minderbrüdern zu Coimbra ein und nahm den Namen des Klosterpatrons Antonius an. Er wirkte als gottbegnadeter Prediger in Oberitalien und Südfrankreich. Franziskus bestimmte ihn zum ersten Lehrer der Theologie für die Minderbrüder. Antonius war ein hervorragender Kenner der Heiligen Schrift und folgte in seiner Theologie besonders Augustinus. Antonius starb am 13. Juni 1231 zu Arcella bei Padua. Seine Gebeine wurden 1263 erhoben und in die neue Basilika zu Padua übertragen. Antonius ist einer der beliebtesten Volksheiligen geworden.

 

 

  Sanct_Liudger

Liudger (26. März)

Liudger bzw. Ludger, geboren um 742 aus vornehmer friesischer Familie, war Schüler Gregors von Utrecht und seit 767 Alkuins in York. Er empfing 777 in Köln die Priesterweihe. Dann ging er, um den Glauben zu verkündigen, nach Friesland und Helgoland, zuletzt in das Sachsenland. Hier schuf er sich in Mimigerneford, dem späteren Münster, einen Mittelpunkt der Mission und errichtete im Münsterland ein Netz von Pfarrkirchen. Er gründete das Frauenkloster Nottuln sowie die Abteien Helmstedt und Werden (Ruhr). 804 wurde er zum ersten Bischof von Münster geweiht. Er starb am 26. März 809 in Billerbeck und fand in Werden seine letzte Ruhestätte.

Kirche_Liudger

Der Sassenberger Figur des Heiligen Liudger ist am Sockel eine ziemlich originalgetreue Darstellung der Ludgerikirche zu Münster beigefügt.

 

 

 

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Johannes von Nepomuk (16. Mai)
Johannes von Nepomuk geboren um 1350, wurde 1393 Generalvikar des Erzbischofs von Prag. In den Auseinandersetzungen zwischen König und Erzbischof wurde Johannes von König Wenzel am 20. März 1393 gefangengenommen, gefoltert und in der Moldau ertränkt. - Erst 40 Jahre später wird berichtet, dass der König von Johannes den Bruch des Beichtgeheimnisses verlangt habe. Doch war Johannes weder Beichtvater der Königin noch Hofprediger. Johannes wurde im Dom zu Prag bestattet. Sein Grab war schon früh Mittelpunkt einer Verehrung des Märtyrers. Seit Ende des 17. Jahrhunderts verbreitete sich sein Kult über Böhmen, Österreich und Deutschland bis zum Rhein hin.

glockenstuhl2Der ursprüngliche Glockenbestand unserer Pfarrkirche musste im 2. Weltkrieg zur Waffenproduktion hergegeben werden. Nur eine kleine, historisch wertvolle Glocke konnte damals gerettet werden. Sie hat heute im Park des Altenzentrums ihren Platz.

 

 

 


glockenstuhl1Der Spendenfreudigkeit einiger Stifter war es zu verdanken, dass bereits 1946 wieder sechs neue Glocken in den Turm eingeholt werden konnten. Die schwerste von ihnen, die Herz-Jesu-Glocke, wird nur an hohen Festtagen geläutet und wiegt 2200 kg.
 

Das war unsere kleine Führung durch die Pfarrkirche St. Johannes Evangelist - Sassenberg   Vielen Dank für Ihr Interesse!

 

 

Kontakt Sassenberg

Pfarramt Sassenberg
Pfarrer Andreas Rösner

Fr. Susanne Schlatmann
Langefort 1
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Mo. – Fr.   9.00 – 12.00 Uhr
Mo. – Do. 15.00 – 17.00 Uhr

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