Pfarrkirche

Um Ihnen eine historische Einordnung unserer Kirche, ihrer baulichen Merkmale und ihrer Ausstattung zu ermöglichen, möchen wir Sie zunächst kurz mit der Geschichte unserer Pfarre und Kirche bekannt machen.

 

Kirchbau

vongalenDie Gründung der Pfarrgemeinde St. Johannes Evangelist geht auf den Bau unserer Pfarrkirche zurück, der am 24. April 1670 mit der Grundsteinlegung begann. Am 1. Mai 1678 wurde die Pfarrkirche durch Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen geweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Christoph Bernhard von Galen ist heute vor allem als "Kanonenbischof" von Münster bekannt. Doch wenn er auch in der Geschichtsschreibung sehr zwiespältig beurteilt wird, so war er für die Entwicklung Sassenbergs ein Segen. Bis zur Fertigstellung der neuen Pfarrkirche in Sassenberg war die St.-Georgs-Kapelle am Fuße des Schlossberges (heute Gelände der Fa. Gebrasa/Rath) der einzige Kirchbau in Sassenberg. In ihr befand sich ein vom münsteraner Bischof gestifteter Flügelaltar, der heute zum Bestand des westfälischen Landesmuseums gehört.

 

Die Sassenberger Kapellengemeinde wurde von der Alten Pfarre in Warendorf (St. Laurentius) mitbetreut. Auch besuchten die Sassenberger dort die Heilige Messe. Auf die sonntäglichen Pilger aus Sassenberg weist noch heute das in der St.-Laurentius-Kirche befindliche "Sassenberger Kreuz" hin, das früher auf dem Laurentius-Kirchplatz aufgestellt war.


Turmbau

pfarrkirche1910

Noch bis in das letzte Jahrhundert hinein begnügte sich unsere Pfarrkirche mit einem laternenförmigen Dachreiter auf dem Nordende des Kirchendaches. Dem gründerzeitlichen Wetteifer um den höchsten Kirchturm unter den benachbarten Gemeinden konnte man sich jedoch auch in Sassenberg Anfang des 20. Jahrhunderts nicht entziehen.

 

 
So führte der damalige Pastor Trappe folgende drei mehr oder weniger gewichtige Argumente ins Feld:

 

    - Die ganze Gemeinde wünscht es.
    - Sassenberg ist die einzige Kirche im Dekanat ohne Turm.
    - Die Kirche ist für 2100 Seelen zu klein.

 

 

Man darf wohl vermuten, dass Pfarrer Trappe der zweite vorgebrachte Grund am meisten auf der Seele brannte; so wurden mit dem Bau des Turms nämlich nur 80 zusätzliche Plätze für die Sassenberger Seelen geschaffen. Allein dieses Anliegen wäre indes mit bedeutend weniger Aufwand zu haben gewesen.

 

So hatte man sich in Sassenberg in den Kopf gesetzt, einen Kirchturm zu errichten, der den Türmen der benachbarten Gemeinden zumindest ebenbürtig war. Für die Verwirklichung der ehrgeizigen Pläne des Pfarrers war allerdings noch das Häuschen des Krämers Moll im Wege, welches im unmittelbaren Schatten der Kirche stand. Zum großen Leidwesen des Herrn Pfarrers betrieb die Familie Moll darin obendrein eine gutgehende Schankwirtschaft, die sich eigenartigerweise immer zu den sonntäglichen Messzeiten regen Besuchs erfreute, was einige Zeitgenossen denn auch des Öfteren von der pünktlichen Ankunft zum Gottesdienst abhielt. Doch dieses ist eine andere Geschichte...


KirchturmNach langwierigen Querelen in ebendiesen Grundstücksangelegenheiten wurde der münsterische Dombaumeister Wilhelm Sunder-Plaßmann mit der Planung und Bauleitung beauftragt. Dieser legte Anfang 1906 einen ersten Entwurf vor, der den Beifall von Kirchenvorstand und Generalvikariat fand. Der Baubeginn verzögerte sich jedoch, weil sich die Sassenberger gegen den heftigen Widerstand von Denkmalschützern und Kunsthistorikern durchsetzen mussten, der sogar die überregionale Fachwelt beschäftigte. Und in der Tat bietet unser Kirchturm heute einen eher untypischen Anblick. Der schlichte spätgotische Hallenbau von 1678 wird durch den neuen Turm regelrecht von barockisierenden Stilelementen überwuchert. Die vielfachen Zwiebelformen des Haupt- und der Nebentürme drängen sich dem zurückhaltenden Dorfkirchlein regelrecht auf.

 

Trotz alledem - oder gerade deswegen - ist der Sassenberger Kirchturm unverwechselbarer Blickfang in einer eher monoton neugotisch dominierten Kirchenlandschaft der münsterländischen Umgebung. Pfarrer Trappe hatte sein Ziel erreicht, sollte aber die Fertigstellung nicht mehr miterleben. Unter großem Jubel wurde der Turmbau zu Sassenberg mit dem Aufsetzen von Turmkreuz und Hahn am 29. Juni 1914 nach dem sonntäglichen Hochamt vollendet.

 

Am Vortage waren der österreichische Thronfolger und dessen Gattin im bosnischen Sarajewo einem Attentat zum Opfer gefallen. Die Nachricht über dieses verhängnisvolle Ereignis war in Sassenberg an diesem Festtag nur ein Randthema. Die Auswirkungen des Vorfalls auf dem entfernten Balkan, der zugleich den Beginn des ersten Weltkrieges markiert, brachten aber schon bald schmerzhafte Verluste auch in vielen Sassenberger Familien.

 

Kontakt Sassenberg

Pfarramt Sassenberg
Pfarrer Andreas Rösner

Fr. Susanne Schlatmann
Langefort 1
  02583 - 300 310
Öffnungszeiten: 
Mo. – Fr.   9.00 – 12.00 Uhr
Mo. – Do. 15.00 – 17.00 Uhr

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