Engel verkünden Weihnachten

Serie zum Kirchenjahr Engel verkuenden WeihnachtenDie Geburt Jesu wird Weihnachten gefeiert. Foto: A. RussellSerie zum Kirchenjahr

Im zweiten Teil der Serie zum Kirchenjahr geht es um Engel und das Weihnachtsfest.

Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot vom Kaiser Augustus aus ging, dass alle Welt geschätzet werde…“. Diese ersten Worte der Weihnachtsgeschichte sind vielen, auch manchen mittlerweile kirchenfernen Menschen, wohl noch vertraut. Sie sind der unverwechselbare Anfang einer Botschaft, die zum weltweit größten Feiertag führte, mit unterschiedlichsten kulturellen Bräuchen, einzigartigen Familienfesten und dem größten Konsumrausch des Jahres. Der Weihnachtsbaum, heute sicherlich das universale Sinnbild des Weihnachtsfestes, hat seinen Ursprung in der antiken Symbolik des Baumes von Lebenskraft und Fruchtbarkeit. Es waren Handwerkerzünfte im 15. Jahrhundert, die nachweislich als erste zu WeihnachtenBäume aufstellten und diese in Anlehnung an den Baum der Erkenntnis im Paradies mit Äpfeln schmückten. Weihnachtsbäume fanden dann zunächst Einzug in evangelische Kirchenräume und konnten sich später auch in den katholischen Gotteshäusern durchsetzen, in denen schon die Tradition der Krippendarstellung gepflegt wurde. Dieser Brauch entstand im 13. Jahrhundert und geht auf Franziskus von Assisi zurück.

Ein prächtiger Weihnachtsbaum ziert heute sogar den großen Platz vor der Geburtskirche Jesu in Bethlehem. Dieser Sehnsuchtsort vieler christlicher Pilger spielt schon im Alten Testament als Geburtsort des großen König Davids eine bedeutende Rolle. Wer heute Bethlehem besuchen möchte, muss zunächst die Grenze zum palästinensischen Autonomiegebiet passieren, das mit einer riesigen und sehr bedrückend wirkenden Mauer von Jerusalem abgeriegelt ist. Aber den Ort der Geburt Jesu gibt es auch heute noch zu sehen. Die frühchristliche Basilika aus dem 4. Jahrhundert, die über der Geburtsgrotte erbaut wurde, hat die Zeiten wie durch ein Wunder unbeschadet überstanden und gilt als eine der ältesten Kirchen weltweit. Im frisch renovierten Kirchenschiff glänzen wieder die byzantinischen Mosaiken und es ist zweifelsohne ein Erlebnis, wenn man nach längerem Warten endlich das Ziel erreicht; die Grotte mit dem im Boden eingelassenen silbernen Stern, den vermeintlichen Geburtsort Christi, umringt von zutiefst berührten Menschen.

Auch in der Sassenberger Pfarrkirche dürfen die Weihnachtsbäume nicht fehlen. Die ehemalige Taufkapelle beherbergt jedes Jahr eine unterschiedlich gestaltete Krippenlandschaft und am Fuße des Altares, im Mittelpunkt des Kirchenraumes, liegt das Kind in Windeln gewickelt in einer Krippe. Nach dem Lukasevangelium ist es ein Engel, der den Hirten die Geburt Jesu verkündet. „Ehre sei Gott in der Höhe und auf Erden Friede den Menschen“

„Engelschar und Krippe“ – Unser deutsches Wort Engel leitet sich ab von dem lateinischen Pendant „angelus“, was so viel wie Bote heißt. Engel, die bereits im altpersischen und altägyptischen Kulturraum eine Rolle spielten, sind in allen drei monotheistischen Religionen, dem Judentum, dem Christentum und dem Islam vertreten. Diese Wesen zwischen Gott und der Welt stehen im Botendienste Gottes. Insbesondere im Neuen Testament vermitteln Engel viele fundamentale Botschaften, so die Geburt Jesu und deren Verheißung sowie die Auferstehung. Sie sind es, die Weihnachten und Ostern verkünden.

Seit Jahrhunderten sind in unserem Kulturraum Engel für die Kunstschaffenden dankbare Motive. Raphaels pausbackiges Engelpaar wird nach wie vor als Karten-, Tassen- oder auch Pillendosendesign mit Erfolg vermarktet. Besonders in der Barockzeit bedienten sich Maler, Bildhauer und Stuckateure dieses Motives und schufen prächtige Kirchenräume mit oft himmlischem Glanz. Auch zeitgenössische Künstler wie Ernst Barlach oder Marc Chagall haben uns etliche bedeutende Darstellungen von Engeln hinterlassen. Und nicht zuletzt in der Musikgeschichte sind Engel präsent, angefangen bei Georg Friedrich Händels Choral aus dem Messias „Lasst alle Engel des Herrn preisen ihn …“ bis zu dem Popsong „Angels“ von Robbie Williams.

In der frühbarocken Sassenberger Pfarrkirche St. Johannes Evangelist sind zahlreiche Darstellungen von Engeln aus drei Jahrhunderten zu finden. Da sind die majestätisch wirkenden Cherubim, die das beeindruckende Taufbecken aus der Barockzeit tragen, die aus Holz geschnitzten Putten der Heiligenkonsolen und die zahlreichen, nicht auf den ersten Blick zu sehenden Engelköpfe der verschiedenen Weihwasserbecken aus Baumberger Sandstein. Zwei der sechs Altarengel aus dem ehemaligen neugotischen Hochaltar befinden sich restauriert und hellblau gefasst in der ehemaligen Taufkapelle.

Und der Engel sprach zu den Hirten auf dem Felde zu Bethlehem: „Fürchtet euch nicht. Denn seht ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volke zu teil werden soll. Euch wurde heute in der Stadt Davids der Retter geboren…“. Diese Botschaft von der Geburt Jesu hallt bis heute weltweit nach, denn Weihnachten ist der Feiertag, der wie kein anderer privat, familiär, betrieblich, öffentlich und kirchlich von so großer Bedeutung ist.

„Fürchtet euch nicht“ ist auch heute eine brandaktuelle mahnende Botschaft. Denn der in der heutigen Zeit zunehmende, lautstarke und dumpfe bis menschenverachtende Populismus, der sich allzu gerne der Angst als Instrument bedient, scheint in der Mitte der Gesellschaft angekommen zu sein. Auch die tagtägliche Angstmache durch die sozialen Medien passt nicht zur weihnachtlichen Botschaft der Menschwerdung Gottes, einer Botschaft großer Hoffnung und tiefster Menschlichkeit. Dessen sollten wir uns bei dem Fest, das für Frieden, Versöhnung und Heimat steht, das Erinnerungen, manche Erwartungen und Sehnsüchte weckt, bewusst sein. Mit seiner internationalen, interkulturellen und sogar auch interreligiösen Bedeutung ist dieses Fest einzigartig.

Quelle: WN vom 24.12.2019  /  Text & Foto : Ansgar Russell

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