WhatsApp darf nicht genutzt werden

Neue Datenschutzgrundverordnung wirkt sich aus WhatsApp darf nicht genutzt werdenPastoralreferent Johannes Lohre muss künftig in seiner Arbeit auf den Messenger „WhatsApp“ verzichten. Foto: Ulrich Lieber Neue Datenschutzgrundverordnung wirkt sich aus

Sassenberg - Die neue Datenschutzgrundverordnung – oder kurz DSGVO – ist wohl mittlerweile jedem schon irgendwo begegnet. Für den Pastoralreferenten Johannes Lohre wirkt sie sich bereits auf seine tägliche Arbeit aus. So darf er künftig den Messenger „WhatsApp“ nicht mehr für berufliche Zwecke nutzen, da dieser nicht der DSGVO entspricht.

Dabei hatte er diesen Dienst noch in diesem Jahr genutzt, um mit den Firmlingen eine gemeinsame Plattform zur Kommunikation zu haben.

„Das Problem ist, sobald ich einen neuen Kontakt eingebe, wird mein Smartphone synchronisiert und die Daten liegen auf dem Server. Wenn wir WhatsApp nutzen wollen, muss es DSGVO-konform sein“, sagt Johannes Lohre. Es darf auch nicht einfach eine Gruppe erstellt werden, in die dann Personen eingebunden werden. Genutzt werden dürfen aber sogenannte Broadcastlisten, mit denen eine Nachricht an mehrere Personen gleichzeitig geschickt werden kann.

Die Alternative wäre ein Messenger, der DSGVO-konform ist, der aber entsprechend wenig bekannt ist. „Kann ich das erwarten, dass sich Jugendliche diese App aufs Handy laden?“, fragt Lohre. Die Problematik ist offensichtlich, denn eigentlich nutzen alle Jugendlichen WhatsApp, obwohl dieser Dienst erst ab 16 Jahren zugelassen ist, und darum wollen sie keinen anderen Messenger haben. „Wir wollen die Lebenswirklichkeit der Jugendlichen treffen, aber das schränkt uns ein“, bedauert der Pastoralreferent. „Wir müssen uns ein neues Konzept einfallen lassen und eventuell wieder auf analoge Briefe zurückgreifen.“ Sehr paradox, denn auf der einen Seite soll die Digitalisierung gefördert werden, aber auf der anderen Seite wird sie wieder ausgebremst.

KDG - das kirchliche Datenschutzgesetz

„Wir müssen beim DSGVO auch noch differenzieren, denn die Kirche hat ein eigenes kirchliches Datenschutzgesetz, das KDG“, berichtet Johannes Lohre. Das sei an das DSGVO angelehnt und für alle kirchlichen Organisationen maßgebend. Überall, wo Daten erhoben werden, benötigt man nun eine schriftliche Einverständniserklärung, bei unter 16-Jährigen auch die der Eltern. „Jeder kann zu jeder Zeit nachfragen, was mit seinen Daten passiert. Das finde ich richtig, denn ich will auch wissen, was mit meinen Daten passiert“, sieht Lohre auch Vorteile. Aber in der Praxis führt es zu Problemen. Zum Beispiel bei den Bildrechten, die nur noch Kontext bezogen genutzt werden dürfen.

Ein weiteres Beispiel sind die Pfarrnachrichten. „Im Print liegen sie überall aus, das ist okay. Aber fürs Internet müssen alle Namen raus.“ Lohre möchte dennoch gerne weiter digital unterwegs sein. „Man muss abwarten, wie sich das alles entwickelt“, hofft er darauf, dass auch WhatsApp bald DSGVO-konform wird.

Seelsorge kommt zu kurz

Kritik äußert er am Bistum, dass erst sehr spät informiert hätte. „Ich hätte mir früher Fortbildungen und Infos für alle gewünscht.“ Sehr herausfordernd sei auch die Tatsache, dass alles nachgehalten werden müsse. „Es muss ein Protokoll dafür erstellt werden, wenn Daten erfasst werden.“

Überhaupt sei er im Moment mit vielen organisatorischen Dingen so beschäftigt, dass die eigentliche Aufgabe, die Seelsorge, zu kurz komme. Aktuell stehe im gesamten Bistum eine IT-Umstellung an. „Wir haben dann nicht mehr alle Daten auf dem Laptop, sondern auf einem Server im Bistum. Das finde ich gut, aber ich muss natürlich immer eine Online-Verbindung haben“, sagt Johannes Lohre.

Quelle: WN vom 08.07.2018  /  Text & Foto: U. Lieber

 

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