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Deutschunterricht für Asylbewerber

Sprache ist das wichtigste Mittel der menschlichen Verständigung, und die Landessprache, in unserem Falle Deutsch, ist die Voraussetzung dafür, dass ein Fremder die Menschen vor Ort und deren Kultur, also ihre Lebens-gewohnheiten und Werte, „versteht“ und zu ihnen Zugang findet. Die Beherrschung der deutschen Sprache ist also die Voraussetzung dafür, dass ein Ausländer hier für eine gewisse Zeit menschlich leben,die Leute verstehen, Kontakte knüpfen, arbeiten und überhaupt im Alltag zurecht kommen kann.

Da dieses so selbstverständlich ist, bemängelten in der Vergangenheit viele Mitbürger, dass die Asylbewerber in der Regel kein Deutsch sprechen oder nur sehr mangelhaft, selbst wenn sie bereits einen längeren Zeitraum hier verbracht hatten. „Sie sollen doch Deutsch lernen!“, ein Ausspruch, der so logisch klingt. Doch die meisten Mitbürger wussten nicht, dass die Deutschkurse z.B. der VHS (vom „Bundesamt für Migration“ staatlich gefördert) nicht für Asylbewerber vorgesehen sind und diese Personen sich erst dann zu einem Kurs anmelden können, wenn darüber entschieden ist, dass sie dauerhaft bleiben dürfen. Und das kann Jahre dauern. Um hier in Sassenberg und Füchtorf Abhilfe zu schaffen, haben sich mehrere pensionierte Lehrer/Innen und Helfer/Innen dazu entschlossen, unter der Schirmherrschaft der Caritas und mit Unterstützung der Stadt Sassenberg ehrenamtlich kostenlos Deutschunterricht zu erteilen, und zwar 2 Stunden jede Woche.

Ansprechpartner:

Georg Burholt

Deutschkurse für Asylbewerber
Tel.: 02583 - 2331

Alfons Helmert
Sport für Asylbewerber
Tel.: 02583 - 3319

Oder melden sie sich in den Pfarrbüros!

Der Zuspruch der Asylbewerber ist groß: Etwa die Hälfte von ihnen kommt regelmäßig zum Unterricht und zeigt sich sehr lernwillig. Sie möchten am liebsten jeden Tag Deutschunterricht haben. Aber für eine Ausweitung des Unterrichts fehlt es an weiteren freiwilligen Lehrer/Innen.

Die Lernvoraussetzungen, die die Asylbewerber mitbringen, sind sehr unterschiedlich,was ihre Schulausbildung, Alphabetisierung, Muttersprache, Vorkenntnisse zum Fremdsprachenlernen und ihre Aufnahmefähigkeit betrifft. In den Kursen gibt es neben Menschen mit einem Schulabschluss nach 6, 8 oder 10 Jahren auch Analphabeten und Hochschulabsolventen, Menschen ohne jede Fremdsprachenkenntnisse, aber auch mehrere Teilnehmer, die bereits 4 oder 5 Sprachen sprechen! In den Kursen müssen die Lehrer sich auf eine ständige Fluktuation der Teilnehmer einstellen: Es kommen immer wieder Neuankömmlinge hinzu, während „Alte“ Sassenberg verlassen, um in eine größere Stadt ziehen, wenn sie eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten haben.

Erschwerend für die Durchführung der Kurse ist es, dass die Buchverlage nur sehr wenige Deutschbücher anbieten, die den besonderen Anforderungen in diesen Kursen genügen. Die Lehrer müssen ihr Material selbst mühsam und zeitaufwändig zusammensuchen. Inzwischen haben wir einige wenige brauchbare Materialien gefunden. Die Asylbewerber unterrichten wir in 4 verschiedenen Gruppen, die nach ihrem Leistungsstand zusammengestellt sind:

  • Alphabetisierungsgruppe: für Asylbewerber,die bisher noch nicht Lesen und Schreiben gelernt haben,
    oder die das Lesen und Schreiben nur in einer anderen Schrift beherrschen und somit unsere Schriftzeichen noch erlernen müssen.
  • Anfängergruppe 1: für Asylbewerber, die bisher noch kein Deutsch gelernt haben.
  • Anfängergruppe 2: wie Gruppe 1
  • Fortgeschrittenengruppe: für Asylbewerber, die bereits geringe Deutschkenntnisse erworben haben.

Der Übergang zwischen den Gruppen ist fließend. Etwa alle 8 Wochen frühstücken die Lehrer mit ihren „Schülern“ nach dem Unterricht zusammen. Dazu laden sie dann auch andere Personen von der Kirche, der Stadt oder den Vereinen ein, damit diese die Asylbewerber kennenlernen und sie sich ihrer Probleme annehmen.

Am Rande des Deutschkurses kommen die Asylbewerber mit ihren drängenden Problemen zu uns Lehrern und bitten uns um Hilfe. Einerseits erfahren wir so sehr viel über ihre Sorgen und Nöte, andererseits können wir nicht überall helfen – auch wenn es noch so dringend wäre. Es übersteigt unsere Zeit und Kraft, die wir für diese Menschen aufbringen können und wollen. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, dass weitere Personen bereit sind, bestimmte Aufgaben zu übernehmen: Anleitung bei der Fahrradreparatur , Hilfe bei der Arbeitssuche, Gang zu Behörden, Ausfüllen von Formularen, Rat bei Konflikten – oder manchmal auch nur menschliche Zuwendung.

Hier setzen auch die Offenen Treffs an, die in Sassenberg an jedem zweiten Sonntag im Monat im Kath. Pfarrheim, bzw. in Füchtorf 14-tägig montags stattfinden.

Die Arbeit im Deutschunterricht mit den Asylbewerbern macht den Lehrer/Innen sehr viel Freude, da ihre „Schüler“ sehr dankbar für das Angebot sind. Es herrscht in den Kursen eine angenehme freundliche Atmosphäre. Das Lehrerteam wünscht sich aber noch mehr personelle Unterstützung, damit an einem weiteren Tag Deutschunterricht erteilt werden kann.

Für das Lehrerteam zusammengestellt von Georg Burholt

Kontakt Sassenberg

Pfarramt Sassenberg
Pfarrer Andreas Rösner

Fr. Susanne Schlatmann
Langefort 1
  02583 - 300 310
Öffnungszeiten: 
Mo. – Fr.   9.00 – 12.00 Uhr
Mo. – Do. 15.00 – 17.00 Uhr

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Kontakt Füchtorf

Pfarrbüro Füchtorf
Pastor Norbert Ketteler

Fr. Martina Wiegert
Kirchplatz 3
  05426 - 93 30 93
Öffnungszeiten: 
Mo., Do. u. Fr.  9.00 – 11.45 Uhr
Do. 15.00 – 17.00 Uhr

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