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Absturz in den Krieg

Ein Syrer erzaehlt Absturz in den Krieg image 630 420f wnDer Syrer Hamed Alhamed fesselte sein Publikum mit multimedialen Einblicken. Foto: Ulrike von BrevernEin Syrer erzählt

Füchtorf - „Ich hätte nie gedacht“, bekannte Hamed Alhamed im Verlauf seines Multivisionsvortrags in der Aula der Füchtorfer Grundschule mit nachdenklicher Stimme, „dass in unserem reichen Land Menschen sterben könnten, weil sie kein Essen oder keine Medizin haben.“

Eindringlich, authentisch und zum Teil mit einer Prise Humor erzählte der junge Syrer, der zurzeit in Ennigerloh lebt, auf Einladung der Caritas Flüchtlingshilfe über Syrien und das Leben als Geflüchteter.

Mit rund hundert Zuhörern stieß die Präsentation „Syrien – Menschen, Schicksale“ auf ein unerwartet großes Publikum, das von der gekonnten Dramaturgie von Anfang in ihren Bann gezogen wurde. Der 26-jährige Lehrer und Grafikdesigner aus der Millionenstadt Deir Ezzes im Osten Syriens fächerte den Strauß eines ganz normalen Lebens auf in einem wohlhabenden Syrien vor dem Krieg: Im Video zeigte er das Leben der Jugend – schnell, laut und modern. „In Saudi-Arabien dürfen Frauen nicht Autofahren, in Syrien dürfen sie sogar Fliegen“, scherzte Alhamed vor dem Bild einer Pilotin. Auf den Autobahnen gab es eine Höchstgeschwindigkeit und, ja, im Winter habe es geschneit.

Nur er überlebte

Doch mit dem Wunsch nach Meinungsfreiheit kam der Krieg. Alhamed ließ sein Publikum hautnah miterleben, wie aus einer blühenden Stadt eine Trümmerwüste wurde. Ein Foto von ihm und fünf jungen Männern mit dem Untertitel „Friends for ever“. Nur er überlebte.

Ich bin sicher, aber das bedeutet nicht, dass es mir gut geht.
Hamed Alhamed

Die Flucht hat Ahamed auf einem Video fest gehalten, dass unter dem Titel „The long way to Germany“ in voller Länge auf You Tube zu finden ist. Auch das Leben in der Flüchtlingsunterkunft hat er filmisch festgehalten. „Ich bin sicher, aber das bedeutet nicht, dass es mir gut geht“, sagt er im Film. Zu den Erinnerungen an Krieg und Flucht kommen die Verzweiflung, die Familie nicht nachholen zu dürfen, und die Angst, dass der subsidiäre Schutz zu schnell als beendet erklärt werden könnte.

"Wir könnten noch mehr tun"

Probleme der Integration betrachtete Alhamed mit kabarettistischem Humor, machte aber unmissverständlich klar, dass Kontakte zu Deutschen für ihn unverzichtbar waren. Ein Stichwort, das Alexandra Pudsack von der Flüchtlingshilfe gerne aufnahm, um an die Menschen im Flüchtlingswohnheim an der Sensenstraße zu erinnern. „Wir tun viel, aber wir könnten noch mehr tun“, warb sie um weitere persönliche Kontakte. Informationen unter ✆0 54 26/90 57 08.

Quelle: WN vom 13.07.2017  Text & Foto: Ulrike von Brevern

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